ART Cologne   Von der Gründung bis zur internationalen Kunstmetropole

ART Cologne

Von der Gründung bis zur internationalen Kunstmetropole

Die ART Cologne ist nicht nur die älteste Kunstmesse für moderne und zeitgenössische Kunst weltweit, sondern auch ein Ort, an dem sich die internationale Kunstwelt jährlich neu entfaltet. Seit ihrer Gründung im Jahr 1967 hat sich die Messe von einem kleinen Kunstmarkt in Köln zu einem bedeutenden Zentrum des globalen Kunsthandels entwickelt. In dieser Entwicklung finden sich entscheidende Momente, die den einzigartigen Status der ART Cologne ausmachen.

Der Ursprung der ART Cologne geht auf das Jahr 1967 zurück, als die Kölner Galeristen Hein Stünke und Rudolf Zwirner die Messe als „Kunstmarkt Köln ’67“ ins Leben riefen. Damals standen die deutschen Galerien unter Druck: Die internationale Kunstwelt hatte sich nach dem Zweiten Weltkrieg stark nach Paris und New York verlagert, was Deutschland künstlerisch ins Abseits drängte. Die Gründung eines Kunstmarktes in Köln, der in einer Stadt mit wachsender industrieller und wirtschaftlicher Bedeutung stattfand, sollte diesen Trend durchbrechen. Im Gürzenich, einem mittelalterlichen Gebäude in Köln, fand die erste Messe statt und zog sofort große Aufmerksamkeit auf sich: Der Kunstmarkt verzeichnete in nur wenigen Tagen einen Umsatz von einer Million DM – ein Erfolg, der die Initialzündung für die ART Cologne bedeutete.

In den 1970er Jahren wurde der „Kunstmarkt Köln“ zunehmend internationaler und zog immer mehr Galerien aus dem Ausland an. Um sich von neuen Konkurrenzmessen wie der Art Basel abzugrenzen, erweiterte sich die Kölner Messe beständig und nahm ab 1974 den Namen „Internationaler Kunstmarkt“ (IKM) an. Mit der Verlegung in die größeren Kölner Rheinhallen wuchs die Zahl der Aussteller beträchtlich. Das Konzept wurde zunehmend professioneller, und die Messeorganisation ging an die Kölner Messegesellschaft über. Der Internationale Kunstmarkt bot nun neben der Förderung nationaler Galerien eine Plattform für internationale Kunsthändler und etablierte Deutschland damit als einen der zentralen Standorte für den Kunsthandel. Im Jahr 1984 folgte dann die Umbenennung zur „ART Cologne“, die bis heute beibehalten wurde und zu einer international beachteten Marke heranwuchs.

Mit dem Erfolg und der wachsenden Bedeutung der ART Cologne verstärkte die Messe in den 1980er Jahren ihr Engagement für aktuelle Strömungen und junge Kunst. Die Sonderschau „New Positions“ setzte erstmals 1980 neue Impulse und half jungen Talenten, darunter Künstlern der „Neuen Wilden“, Aufmerksamkeit zu erlangen. Köln wurde dadurch zum Anziehungspunkt für Kunstschaffende, Sammler und Kritiker aus aller Welt. Die Messe bot nicht nur etablierten Galerien, sondern auch neueren Strömungen der Gegenwartskunst eine Bühne und erlangte damit ihren Ruf als bedeutendste Messe für Avantgarde-Kunst. Durch die konsequente Förderung junger Künstler und das internationale Netzwerk trug die ART Cologne aktiv zur Erneuerung der Kunstszene bei und entwickelte Köln zur „Kunststadt“ der 1980er Jahre.

Doch auch die ART Cologne blieb nicht von den Herausforderungen des Kunstmarktes verschont. In den 1990er Jahren verzeichnete die Messe zwar steigende Ausstellerzahlen, die hohe Anzahl an Galerien und das Überangebot an Kunst führte jedoch zu Kritik. Die Messe entschied sich daher, ein Rotationsmodell einzuführen, um das Überangebot zu regulieren und mehr Qualität zu bieten. Mit klaren Strukturen und einem verstärkten Fokus auf Avantgarde-Kunst gewann die Messe wieder an Ansehen. Dieser Balanceakt aus Internationalität und Innovation sowie einem qualitativ hochwertigen Angebot brachte der ART Cologne wieder eine zentrale Position auf dem Kunstmarkt und sicherte ihren internationalen Ruf als Vorreiter für moderne und zeitgenössische Kunst.

Die wachsende Konkurrenz durch Kunstmessen in London, Paris und anderen Städten brachte die ART Cologne dazu, sich weiterzuentwickeln und neue Formate zu schaffen. Die Einführung des „New Talents“-Programms sowie der Sektion „Film Cologne“ sorgte ab 2000 für neue Schwerpunkte. Mit der Leitung des künstlerischen Direktors Daniel Hug ab 2008 gewann die Messe neue Dynamik, die sich durch ein abwechslungsreiches und frisches Programm zeigte. In einer zunehmend globalisierten Kunstwelt wurde die ART Cologne so zur bedeutenden Plattform für junge, zeitgenössische Positionen sowie für renommierte internationale Galerien.

Mit der 50. Ausgabe im Jahr 2016 erreichte die ART Cologne ein symbolträchtiges Jubiläum, das zugleich die Bedeutung der Messe für die internationale Kunstwelt hervorhob. Mehr als 200 Galerien aus 24 Ländern präsentierten Werke, und die Messe feierte mit Sonderschauen und einer umfassenden Retrospektive ihre bewegte Geschichte. Sie bewies damit eindrucksvoll, dass sie auch nach einem halben Jahrhundert zu den führenden Messen für moderne und zeitgenössische Kunst gehört. Mit immer neuen Konzepten und innovativen Ideen stellt sich die ART Cologne den Herausforderungen eines dynamischen Kunstmarktes und bleibt auch im 21. Jahrhundert eine der wichtigsten internationalen Plattformen für die Kunstszene.

Quellen:

https://www.artcologne.de/die-messe/art-cologne/geschichte-der-art-cologne/

https://de.wikipedia.org/wiki/Art_Cologne

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